Spezialaufgüsse und deren Wirkung: Vielfalt der Düfte

Hier eine Aufzählung und Beschreibung der vier beliebtesten und gebräuchlichsten Aufgüsse auf einen Blick.

Der Wenik-Aufguss, auch Birkenzweig-Aufguss genannt:

  • Dies ist der finnische Klassiker unter den Aufgüssen. Finnen schwören bei diesem Aufguss auf klares Wasser. Wer aber auf das Duftaroma nicht verzichten will, legt frische Birkenzweige in das Aufgusswasser ein. Während der Aufgiesser das Wasser bzw. den Sud auf die heißen Steine gießt, schlagen sich die Saunag&äste mit Birkenzweigen Ihren ganzen Körper damit ab, beginnend bei den Füßen und arbeiten sich dann langsam zur oberen Körperhälfte vor.
  • Durch die leichten Schläge mit den Birkenzweigen, genannt Quästen, wird die Luftschicht direkt über der Haut aufgewirbelt. Diese Luftschicht diente zuvor als Schutzschild, welche nun durch das Aufwirbeln zerstört wird und somit noch zusätzlich Hitze an die Haut heranlässt. Dadurch wird die Hitze stärker wahrgenommen. Aber nicht nur die Zerstörung der Luftschicht wird verursacht, sondern besitzen Birkenblätter auch eine reinigende und desinfizierende Wirkung auf die Haut durch die Abgabe von Phenolen und Gerbstoffen. Die Durchblutung wird durch dieses Verfahren natürlich auch angeregt.

Der Meersalz-Aufguss:

  • Gewöhnlich nach dem dritten Aufguss wird die Haut, nachdem sich die Poren durch die Hitze geöffnet haben und die Gäste gut verschwitzt sind,mit Meersalz eingerieben. Die Oberste Hautschicht wird dadurch von verkrusteten und abgestorbenen Hautzellen befreit und somit durch die Meersalzkristalle tiefengereinigt. Sie kann somit wieder „durchatmen“ (Peeling-Effekt).
  • Es empfiehlt sich ein relativ rasches Verlassen der Sauna nach dem Abrieb, denn das Salz kann das Holz der Saunabänke angreifen. In der Regel wird diese Wellness-Zeremonie aber sowieso eher in Dampfsaunen abgehalten.

Der Honig-Aufguss:

  • Nach dem üblichen Vorschwitzen reiben die Saunagäste sich die Haut mit Honig ein. Der Honig wird durch die Hitze flüssig und lässt sich so sehr gut an allen Körperstellen verteilen. Sogar das Gesicht darf (Augenpartie aussparen!) an der Honigbehandlung teilhaben.
  • Abgesehen vom wunderbaren Duft bietet das Einreiben mit Honig die Vorteile, dass er tief in die Haut einzieht und dort reinigend, straffend und sogar antiseptisch (d.h. entzündungshemmend) wirkt. Im verflüssigten Zustand wirkt sich der Honig sogar pflegend und nährend auf die Haare aus.
  • Wenn Sie einen Honig-Aufguss in Ihrer Heimsauna selbst vornehmen wollen, passt ein Aufguss mit fruchtiger Note perfekt dazu. Dieser ergänzt sich harmonisch mit dem Duft des Honigs. Es empfiehlt sich ein handelsüblicher Speisehonig, am besten ohne Zusätze.

Der Eis-Aufguss:

  • Den Saunagästen wird Eis (vorzugsweise Chrash-Eis) gereicht, mit dem sie ihren Körper vor dem ersten Aufguss abreiben. Durch diesen Abrieb wird die Durchblutung gefördert und der anschließende Aufguss wird als viel heißer empfunden.
  • Der zweite Aufguss ist etwas Besonderes, da hierbei nun mit Eis aufgegossen wird. Das Eis schmilzt nur langsam und dadurch können die heißen Steine das dabei entstehende Wasser besser verdampfen. Variabler weise werden für diese Art des Aufgusses auch Schneebälle verwendet. Durch den vorherigen Eisabrieb der Haut und dem effektiveren Aufguss mit Eis oder Schneebällen wird das Schwitzerlebnis noch gesteigert. Und das sehr intensiv.

Der Entspannungsaufguss:

  • Bei diesem Aufguss steht die Tiefen-Entspannung im Vordergrund. Vorzugsweise wird ein Duft gewählt, der harmonisierend und beruhigend auf die Saunagäste wirkt.
  • Zum üblichen Aufguss-Ritual wird noch dazu eine Klangschale benutzt, die Geist und Körper durch den schwingenden Ton in einen Tranceähnlichen Zustand versetzt. Die Muskeln entspannen sich so noch einfacher und intensiver, die Seele kann den Stress loslassen.
  • Alternativ oder in Verbindung mit der Klangschale können auch Phantasie-Reisen mit beruhigender Stimme erzählt werden.
  • Noch mehr als sonst gilt hier die Regel der Ruhe und des Schweigens unter den Saunagästen.
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