Wie gelingt der perfekte Saunaaufguss?

Für viele Saunagänger ist der Aufguss der Höhepunkt und das besondere Wellnesserlebnis eines Saunatages. In Saunaanlagen finden solche Aufgüsse stündlich oder sogar
halbstündlich statt.

Meistens sind feste Zeiten für die Aufgussanwendungen an die Türen der Saunaräume angebracht, die es zu beachten gilt. Nachdem das Personal mit dem professionellen Aufgussverfahren begonnen hat, sollte nach Möglichkeit der Raum nicht mehr betreten werden (natürlich kann man aber jederzeit die Sauna verlassen). Hat Jemand die Zeiten verpasst, wartet er auf den nächsten Aufguss oder sucht sich einen anderen Raum, in dem er stattfindet.

Eine (hoffentlich) hilfreiche Anleitung für den Aufguss in ihrer Heimsauna:

Beginnen wir mit der Vorbereitung

  • Sofern es nicht der erste Saunagang des Tages ist, sollten die Gäste vorher aus hygienischen Gründen eine Dusche genommen haben. Gründliches Abtrocknen danach ist wichtig, da die feuchte Haut die Poren länger verschließt und sie somit am Schwitzen hindert.
  • Vor Beginn eines Aufgusses ist es von Vorteil, wenn die Gäste vorher schon ein paar Minuten in der Sauna verbracht haben. Allerdings sollte die Dauer der Vorschwitzzeit in Bezug auf den darauffolgenden Aufguss von 10-15 Minuten berücksichtigt werden, da es sonst in den letzten Minuten zu Hitzestress oder zu Kreislaufproblemen kommen kann.
  • Vorab wird nun die Tür weit geöffnet und mit einem Handtuch frische Luft in den Raum gewedelt, um ihn mit Sauerstoff anzureichern und für eine kurzzeitige Kühlung zu sorgen.
  • Die Luftfeuchtigkeit wird so reduziert und die Luft ist wieder aufnahmefähiger für die darauffolgende Feuchtigkeit, die bei einem Aufguss zwangsläufig ensteht.

Nun kommen wir zum ersten Aufguss

  • Die Wahl zwischen den Aromen der Aufgussmittel ist riesengroß. In der Regel wird dreimal aufgegossen. Es steht einem frei, dreimal den selben Duft zu verwenden oder verschiedene Düfte zu variieren. Hierbei können Sie beruhigende oder belebende Düfte, je nach Wirkungswunsch, verwenden.
  • Der Aufgiesser stellt sich bei Bedarf vor und erklärt danach den Ablauf des Aufgusses und die Wirkung der Saunaaufgüsse, wie auch deren Eigenschaften.
  • Eine unterschiedliche Wassermenge wird, je nach Größe der Sauna, über die Saunasteine gegossen. Dabei ist es wichtig, dass der Aufguss langsam mit einer Kelle auf den Steinen verteilt wird. So ist gewährleistet, dass sich das Aroma, die gefühlte Hitze und Luftfeuchtigkeit langsam und gleichmäßig im Raum verteilen kann. Keinesfalls sollte der Aufguss gekippt oder geschüttet werden. Die Menge variiert je nach Wunsch und Bedarf zwischen zwei Aufgusskellen bis hin zu dem gesamten Inhalt eines Saunkübels.
  • Erst dann, wenn alle Gäste den Saunaduft wahrnehmen, wird die Luft verwedelt und den Gästen zugefächert.
  • Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten
    • Beim Verwedeln hält der Aufgiesser ein Handtuch (in kleinen Saunen ein kleineres Gästehandtuch) an der Spitze fest und bewegt es mit wirbelnden Bewegungen kreisförmig im oberen Teil des Raumes. Diese Methode erinnert an den Gebrauch eines Lassos. Hierdurch wird wird die Luftfeuchtigkeit, die Wärme und das Aroma gleichmässig im Saunaraum verteilt.
    • Danach wird das Handtuch beim Zufächern an zwei Ecken ergriffen, so dass das Tuch quer gehalten wird. Mit einem kräftigen, zügigen, nicht hektischen Schlag wird es nun nach unten geführt. Dies wird etwa dreimal bei jedem Gast angewandt. Bei richtiger Ausführung erfährt der Gast durch diese Technik Ruhe, Wärme und er kann den wundervollen, aromatischen Duft voll auskosten und genießen.

Der zweite Aufguss

  • Dem ersten folgt der zweite Aufguss. Hierbei kann ein anderer Saunaduft verwendet werden,man kann aber auch beim ersten Duft bleiben.
  • Während oder nach dem zweiten Aufguss werden oft Spezialelemente eingesetzt, sodass man z.B. einen Honigaufguss, einen Salzaufguss oder einen Eisaufguss genießen kann.
  • Für einige empfindliche Saunagäste kommt nun der Zeitpunkt, dass sie die Sauna verlassen möchten. Dies ist keine Schande und die Möglichkeit sollte in jedem Fall gegeben sein.

Der dritte Aufguss

  • Dieser Aufguss wird gerne heißer aufgegossen. Diese gesteigerte Hitze erreicht man schon, indem (je nach Größe der Sauna) 1 bis 3 Kellen mehr Wasser über die heißen Steine gegossen wird. Der Eindruck größerer Hitze wird durch kräftigere Verwedelung und Zufächerung verstärkt.
  • Wenn die Gäste möchten und sich dabei wohlfühlen, können sie nach dem letzten Aufguss noch eine Weile in der Sauna nachschwitzen. Die meisten Menschen verlassen jedoch schon kurz nach Beendigung die Sauna, um sich abzukühlen.

Die Phase des Abkühlens

Das Bedürfnis nach Kühle ist nach einem Saunagang, besonders mit Aufguss, groß. Dennoch sollte man erst einmal 1bis 2 Minuten an der frischen Luft bewusst ein- und ausatmen, um die Lungen wieder an die kühlere Luft zu gewöhnen.

In jedem Fall sollte man sich abduschen! Verschwitzt in ein Tauchbecken zu gehen, ist für die Mitmenschen unzumutbar. In manchen Saunaanstalten kann dies übrigens zum Hausverweis führen.

Unter der Dusche sollte man die Temperatur des Wassers so kühl wählen, dass es angenehm ist. Kaltes Wasser schließt die Poren und regt die Durchblutung sowie den Kreislauf an. Dabei sollte man allerdings bedenken: Je wärmer das Wasser, desto weniger effektiv wird der vorherige Saunagang. Außerdem friert man nach einer warmen Dusche schnell, nach einem kalten Guss fühlt man sich nach kurzer Zeit angenehm durchwärmt.

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